ET+ Deutschland sitzt auf Rohstoffen - und nutzt sie nicht
Shownotes
Deutschlands Industrie braucht immer mehr Metalle für Energiewende und Digitalisierung. Doch das Land ist bei fast allen strategischen Rohstoffen auf Importe angewiesen. Dabei lagern unter deutschem Boden Metalle, die kaum genutzt werden.
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00:00:00: Herzlich Willkommen zum Epoch Times Podcast mit dem Thema Importstadt Bergbau.
00:00:06: Deutschland sitzt auf Rohstoffen und nutzt sie nicht, Deutschlands Industrie braucht immer mehr Metalle für Energiewende und Digitalisierung.
00:00:16: doch das Land ist bei fast allen strategischen Rohstoffe auf Importer angewiesen.
00:00:21: dabei lagern unter deutschem Bodenmetalle die kaum genutzt werden.
00:00:26: ein Beitrag von Patrick Langendorf vom neunten April zwanzig, am Mikrofon Joachim Wettermann.
00:00:33: In Kürze.
00:00:35: Deutschland ist stark von importen strategischer Rohstoffe abhängig obwohl eigene Vorkommen vorhanden sind.
00:00:42: Hohe Kosten Bürokratie und Widerstand verhindern eine stärkere heimische Förderung.
00:00:48: Politik und Industrie stehen vor dem Dilemma Heimischen Bergbau ausbauen oder Abhängigkeit von globalen Lieferketten beibehalten.
00:00:58: Deutschland gilt als Rohstoff armes Land.
00:01:01: Die Warnungen der Politik vor einer prekären Abhängigkeit von außereuropäischen Rohstofflieferanten und den damit verbundenen Kostenrisiken finden in einer bereits seit Jahrzehntzweiundzwanzig vorgelegten EY-Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums eine fundierte Bestätigung.
00:01:21: Das Papier zeichnet das Bild einer deutschen Wirtschaft, die im Zuge von Digitalisierung und Dekarbonisierung bei neununddreißig von sechsundvierzig strategisch relevanten Rohstoffen vollständig auf Importe angewiesen ist.
00:01:35: Insbesondere die dominante Marktstellung Chinas – dass bei der Hälfte der untersuchten Materialien als weltweiter Spitzenreiter agiert wird als Machtposition beschrieben.
00:01:46: Neben China benennt diese Studie auch Länder wie die Türkei, Zitat, diese Zahlen stellen beispielhaft die Marktmacht der jeweiligen Regierungen dar.
00:02:13: Die den Zugang zu kritischen Mineralien für multinationale Unternehmen in Zukunft erschweren können heißt es dazu in einer Studie zunehmender Ressourcen Nationalismus Hinzu kommt so die Prognose in der Studie, dass sich das Tempo dieses sogenannten Ressourcen-Nationalismus in vielen mineralstoffreichen Ländern in den nächsten Jahren weiter beschleunigen dürfte.
00:02:39: Die Zitat Geopolitische Dynamik und das Bestreben vieler Regierungen – Zitat «sich bei strategischen Produkten selbst zu versorgen» werde die traditionellen Grenze überschreitenen Lieferketten erschweren, so die
00:02:53: Studie.".
00:02:56: Vor diesem Hintergrund ist laut EY zu erwarten, dass einige rohstoffreiche Staaten versuchen werden ihre Rolle in der Energiewende zu stärken indem sie den Export unverarbeiteter Mineralien einschränken und mehr Wertschöpfung im eigenen Land erzwingen.
00:03:12: Als Beispiel nennt die Studie Indonesien Das dort verhängt der Exportverbot für Nickel-Erz seit Teil einer Strategie, eine heimische Verhütungsindustrie aufzubauen und könne als Vorbild für andere Länder dienen.
00:03:27: Zugleich könnten Regierungen noch weitergehende Schritte unternehmen um staatlichen Einfluss auf die Förderung und den exportkritischer Ruhstoffe zu sichern.
00:03:36: So verweist die Studie auf Mexiko wo vorgeschlagen wurde dem Staat die ausschließlich Kontrolle über das Militiumabbau zu übertragen.
00:03:45: Auch China gehe in diese Richtung.
00:03:47: Dort sei, seit Jahrzehnte, ein neues Staatsunternehmen gegründet worden, das rund siebzig Prozent der heimischen Produktion seltener Erden kontrollieren soll.
00:03:59: Versorgungssicherheit – wichtige Aufgabe der Wirtschaftspolitik.
00:04:04: Vor diesem Hintergrund definiert die Studie Die Versorgungssicherheit nicht länger nur als Aufgabe der Unternehmen, sondern als Zitat eine der wesentlichen Aufgaben der Wirtschaftspolitik.
00:04:15: Ende da eine bestehende hohe Abhängigkeit von einem oder nur wenigen Lieferländern eine hohe Anfälligkeit der Lieferketten Nachsicht ziehe.
00:04:25: Gerade für Schlüsseltechnologien der Energiewende, Batterien, Elektromotoren, Halbleiter benötigt die Industrie große Mengen an Metallen und Mineralien.
00:04:35: Doch während über Versorgungssicherheit diskutiert wird bleibt ein anderer Befund erstaunlich wenig beachtet – unter deutschem Boden lagern Rohstoffe.
00:04:45: Lithium, Silber, Kupfer, Erdgas-, Salze- oder Industriminerale teilweise in wirtschaftlich relevanten Mengen.
00:04:54: Trotzdem werden sie kaum abgebaut.
00:04:57: Der Widerspruch ist offensichtlich, Deutschland klagt über Rohstoffabhängigkeit, nutzt seine eigenen Lagerstätten jedoch nur begrenzt – die Gründe dafür sind wirtschaftlich politisch und gesellschaftlich zugleich.
00:05:11: Rohstoffe im eigenen Boden.
00:05:14: Deutschland ist kein rohstoffreiches Land im klassischen Sinne.
00:05:18: Große Eisenärzte vorkommen wie in Australien Brasilien oder China fehlen.
00:05:23: Dennoch gibt es eine Reihe von Lagerstätten, die zumindest regional bedeutend sind.
00:05:29: Besonders viel Aufmerksamkeit hat in den vergangenen Jahren Lithium erhalten.
00:05:34: Der Rohstoff gilt als ein zentraler Baustein der Energiewende, weil er in großen Mengen für Batterien benötigt wird – etwa für Elektroautos, Smartphones oder stationäre Stromspeicher.
00:05:47: Mit dem weltweiten Ausbau der Elektromobilität und erneuerbarer Energien hat sich daher auch das Interesse an Lithium deutlich verstärkt.
00:05:56: Regierungen, Unternehmen und Investoren betrachten den Rohstoff zunehmend als strategisch wichtig.
00:06:02: Entsprechend intensiv wird inzwischen über seine Förderung, Versorgungssicherheit und die ökologischen Folgen des Abbaus diskutiert.
00:06:12: Ein Beispiel für diese Entwicklung findet sich auch in Deutschland.
00:06:16: Im Oberrheingraben zwischen Karlsruhen-Basel zirkuliert heißes Tiefenwasser mit vergleichsweise hohen Lithiumkonzentrationen.
00:06:25: Unternehmen planen, dort das Metall aus geothermalen Sollellösungen zu gewinnen.
00:06:31: Das wäre ein Verfahren, dass im Idealfall zwei Ziele zugleich erfüllt – nämlich die Gewinnung erneuerbarer Energie und die Förderung eines strategisch wichtigen Rohstoff für moderne Batteriesysteme.
00:06:45: Auch im Erzgebirge, einer historischen Bergbauregion befinden sich sogenannte liziumhaltige Glimmer.
00:06:52: Dort wurden über Jahrhunderte Silber, Zinn und später Uran gefördert.
00:06:57: Geologische Untersuchungen zeigen das auch heute noch relevante Mengen vorhanden sind.
00:07:02: Neben Metallern verfügt Deutschland über bedeutende Lagerstätten von Industriemineralen.
00:07:08: Kaliumsalze, die etwa als Dünger verwendet werden, werden seit Jahrzehnten gefördert.
00:07:13: Ebenso Steinsalz und Kalkstein – diese Rohstoffe spielen eine wichtige Rolle für die Chemieindustrie, Bauwirtschaft und Landwirtschaft.
00:07:23: Auch Energie-Rohstoffe sind vorhanden.
00:07:25: Erdgas wird vordergründlich in Niedersachsen weiterhin gefördert, wenn auch deutlich weniger als früher.
00:07:31: Schiefergasvorkommen, also Gas das mittels Fracking gewonnen werden könnte gelten geologisch als vorhanden.
00:07:39: Werden jedoch politisch kaum genutzt.
00:07:42: Die entscheidende Frage lautet daher nicht ob Deutschland über Rohstoffe verfügt sondern warum sie kaum gefördert werden Teurer als Weltmarkt.
00:07:53: Ein wesentlicher Grund liegt in der Wirtschaftlichkeit.
00:07:56: Rohstoffförderung ist ein globaler Wettbewerb.
00:07:59: Unternehmen investieren dort, wo sie Metalle oder Mineralien möglichst günstig gewinnen können.
00:08:06: Deutschland hat im internationalen Vergleich hohe Kosten – Löhne, Energiepreise, Umweltauflagen und bürokratische Verfahren treiben die Produktionskosten in die Höhe.
00:08:17: Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft waren die Lohnstückkosten, also die Kosten, die ein Unternehmen an Lohnkosten zahlen muss um ein Produkt herzustellen.
00:08:30: In vielen Fällen ist es daher schlicht günstiger, Rohstoffe aus Ländern zu importieren in denen Förderung einfacher oder großskaliger möglich ist.
00:08:48: Das gilt besonders für Metalle.
00:08:50: Silber aus Mexiko, Lithium aus Chile und Kupfer aus Peru werden häufig unter geologischen Bedingungen gefördert die deutlich ergiebiger sind als europäische Lagerstätten.
00:09:02: Auch wenn Vorkommen in Deutschland vorhanden sind, sind sie oft kleiner oder schwerer zugänglich.
00:09:09: Hinzu kommt ein zweiter Faktor – Bergbau ist kapitalintensiv und langfristig, Unternehmen müssen Milliarden investieren lange bevor überhaupt ein Gramm Metall verkauft wird.
00:09:21: Solche Investitionen sind nur attraktiv wenn die politischen Rahmenbedingungen stabil- und Genehmigungsverfahren kalkulierbar sind.
00:09:29: Genau hier liegt ein weiterer Unterschied zu klassischen Bergbauregionen auf der Welt.
00:09:36: Genehmigungen dauern Jahre.
00:09:38: In Deutschland kann die Entwicklung einer neuen Mine ein Jahrzehnt oder länger dauern.
00:09:43: Umweltprüfungen, Planfeststellungsverfahren, Bürgerbeteiligung und Klagewege führen zu langen Projektlaufzeiten.
00:09:52: Diese Verfahren sind Ausdruck eines starken Umwelt- und Rechtsstaats.
00:09:57: Sie sorgen dafür dass Eingriffe in die Landschaft das Grundwasser oder in Ökosysteme sorgfältig geprüft werden.
00:10:05: Für Investoren bedeuten sie jedoch ein erhebliches Risiko.
00:10:09: Wer heute mit der Planung beginnt, weiß oft nicht ob ein Projekt überhaupt genehmigt wird und wenn ja wann.
00:10:17: Besonders sichtbar wird dieser Konflikt bei Lithium-Projekten im Oberrhein graben.
00:10:23: Befürworter sehen darin eine Chance für europäische Rohstoffsouveränität.
00:10:27: So betont das Karlsruhe-Institut für Technologie, KIT die strategische Bedeutung der Lithiumvorkommen im
00:10:35: Oberrheingraben.".
00:10:37: Theoretisch könnten bestehende Geothermiekraftwerke in Oberrheingraben und im Norddeutschen Becken zwischen zwei und zwölf Prozent des jährlichen Lithiumbedarfs in Deutschland decken sagt Valentin Goldberg vom Institut für angewandte Geowissenschaften des KIT, der dieses Potenzial gemeinsam mit einem Team auf Basis einer umfangreichen Datenanalyse berechnet hat.
00:11:02: Demgegenüber steht jedoch der Widerstand lokaler Bürgerinitiativen die vor unkalkulierbaren Risiken wie Mikrobeben und Gebäudeschäden verursachen warnen.
00:11:13: Der Bundesverband Geothermie schreibt in einem Hintergrundpapier zu induzierter Seismizität – Mikrobeben.
00:11:23: Die internationale Erfahrung beim Betrieb von Geothermiprojekten hat gezeigt, dass diese induzierte Seismiziertät auslösen können.
00:11:33: Der Widerstand gegen neue Bergbauprojekte folgt häufig einen bekannten Muster.
00:11:37: Rohstoffe gelten als notwendig Doch der Abbau soll möglichst nicht vor der eigenen Haustür stattfinden.
00:11:46: Deutschland's schwierige Rohstofffrage.
00:11:49: Die Folge ist eine hohe Importabhängigkeit – Deutschland bezieht, so weist die aktuelle DERA-Rohstoffliste aus einen Großteil seiner metallischen Rohstoffhaus dem Ausland.
00:12:01: Für viele strategische Metalle dominiert China die Verarbeitung oder Förderung.
00:12:06: Lithium kommt häufig aus Australien und Südamerika Silber aus Mexiko und Peru, seltene Metalle aus asiatischen oder afrikanischen Staaten.
00:12:17: Diese globalen Lieferketten sind wirtschaftlich effizient – aber geopolitisch sensibel!
00:12:24: Die Energiekrise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hat gezeigt wie schnell Abhängigkeiten zum politischen Problem werden können.
00:12:32: Ähnliche Risiken bestehen auch bei Rohstoffen, wie gerade der Konflikt im Iran zeigt.
00:12:38: Deshalb diskutieren Politik und Industrie zunehmend über sogenannte strategische Autonomie.
00:12:45: Die Europäische Union versucht mit Initiativen wie dem Critical Raw Materials Act, den Zugang zu wichtigen Metallen zu sichern.
00:12:54: Dazu gehört auch die Idee mehr Rohstoffe in Europa selbst zu fördern!
00:13:00: Deutschland steht dabei vor einer grundsätzlichen Entscheidung, soll das Land seiner eigenen Lagerstätten stärker nutzen oder weiterhin vor allem auf den Weltmarkt setzen.
00:13:10: Deutschland befindet sich damit in einem strategischen Spannungsfeld – einerseits wächst der Bedarf an Rohstoffen nicht zuletzt durch Energiewende, Digitalisierung und Elektromobilität andererseits ist der Abbau im eigenen Land teuer politisch umstritten und gesellschaftlich sensibel.
00:13:29: Die Alternative bleibt der Import.
00:13:32: Doch dieser macht abhängig von globalen Märkten und geopolitischen Entwicklungen, die Frage lautet deshalb nicht nur ob Deutschland über Rohstoffe verfügt sondern wie viel heimischen Bergbau eine hochentwickelte Industriegesellschaft bereit ist zu akzeptieren um ihre Versorgung zu sichern.
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