Wenn der Körper am Haar „spart“ | Nr.: 8797
Shownotes
Haarausfall plagt viele Menschen früher, als ihnen lieb ist. Ursache ist oft eine Entscheidung, die der Körper schon lange vorher getroffen hat. Wie wir unsere Haare unterstützen und ihr Wachstum fördern können, erklärt Gastautor und Heilpraktiker René Gräber in seiner wöchentlichen Kolumne bei Epoch Times.
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00:00:02: Willkommen zum Epoch Times Podcast mit dem Thema, wenn der Körper am Haar spart.
00:00:08: Ein Artikel von René Gréber, sechster Februar, zwanzig sechsundzwanzig.
00:00:12: Haarausfall plagt viele Menschen früher, als ihnen lieb ist.
00:00:17: Ursache ist oft eine Entscheidung, die der Körper schon lange vorher getroffen hat.
00:00:22: Wie wir unsere Haare unterstützen und ihr Wachstum fördern können, erklärt Gastautor und Heilpraktiker René Gräber in seiner wöchentlichen Kolumne bei Epoch Times.
00:00:34: Haare gelten als Ausdruck von Jugend, Vitalität und Attraktivität.
00:00:39: Deren Verlust wird entsprechend dramatisch inszeniert, vor allem in der Werbung, manchmal auch in Arztpraxen.
00:00:45: Dabei ist Haarausfall selbst selten das eigentliche Problem.
00:00:50: Er ist letztlich nur das, was sichtbar wird, wenn der Körper längst entschieden hat, an dieser Stelle zu sparen.
00:00:57: Betrachten wir es mal rein biologisch.
00:00:59: Haare gehören nicht zu unserer Grundversorgung.
00:01:02: Sie sind weder ein Organ noch lebensnotwendiges Gewebe.
00:01:05: Sie wachsen nur, wenn Energie, Nährstoffe und hormonelle Signale im Überfluss vorhanden sind.
00:01:11: Sobald dieser Überschuss fehlt, fährt der Körper das Haarwachstum zurück, auch wenn sich das viele Menschen anders wünschen.
00:01:20: Dass wir Haarausfall trotzdem fast nur als kosmetisches Ärgernis behandeln, sagt viel über unsere Einstellung zur Gesundheit aus.
00:01:28: Und wie bei vielem in der Medizin achten wir wieder einmal nur auf das Symptom und weniger auf die Ursachen.
00:01:43: Kopfhautsehren und Nahrungsergänzungsmittel, Vitamine.
00:01:47: Hinzu kommt der reflexhafte Hinweis auf Stress.
00:01:51: Stressbedingt klingt schon fast wie eine Beruhigungsformel.
00:01:55: Sie beendet die Suche nach Ursachen und verlagert die Verantwortung ins Ungefähre.
00:02:01: Etwas weniger arbeiten, etwas besser schlafen, dann wird das schon wieder.
00:02:05: In vielen Fällen wird es das nicht.
00:02:07: Haarausfall entsteht auch nicht nur im Badezimmer, Er entsteht dort, wo der Körper entscheidet, wofür er Ressourcen einsetzt und wofür nicht.
00:02:18: Haare als Luxus.
00:02:21: Ich hatte es bereits erwähnt, Haare sind biologischer Luxus.
00:02:24: Sie wachsen in Phasen, die fein abgestimmt sind auf Stoffwechsel, Hormone und die Versorgungslage.
00:02:31: Gerät dieses Gleichgewicht aus dem Takt verkürzt sich die Wachstumsphase und mehr Haare gehen in die Ruhephase über.
00:02:38: Die Folge Der Haarverlust nimmt zu, oft mit Wochen oder Monaten Verzögerung.
00:02:43: Wer heute Haare verliert, reagiert auf Entscheidungen, die der Körper längst getroffen hat.
00:02:49: Zur Einordnung gehört allerdings auch, ein gewisser Haarverlust ist normal.
00:02:53: Bis zu etwa siebzig.
00:02:55: Bei manchen Menschen auch hundert Haare pro Tag gelten als physiologisch.
00:03:00: Erst wenn über einen längeren Zeitraum deutlich mehr Haare ausfallen oder sich das Haar sichtbar lichtet, wird aus einem natürlichen Zyklus ein Signal.
00:03:09: Diese Logik gilt für alle Menschen.
00:03:11: Sie zeigt sich jedoch bei Männern und Frauen unterschiedlich.
00:03:14: Männer, wenn Genetik zu kurz greift.
00:03:19: Bei männlichem Haarausfall wird gerne schnell auf die Gene verwiesen.
00:03:23: Das ist zwar nicht falsch, aber unvollständig.
00:03:25: Die sogenannte Androgene alopeci ist kein simples Testosteronproblem.
00:03:31: Entscheidend ist die lokale Wirkung von DHT, die Hydrotesteron.
00:03:36: einer besonders wirksamen Abbauform von Testosteron auf empfindliche Haarvorliegel.
00:03:42: Deren Reaktionsbereitschaft hängt aber von weit mehr ab als von Hormonen allein.
00:03:48: Insulin-Spiegel, Stichwort Zucker, chronische Entzündungen, Mikronährstoffstatus durch Blutung, all das beeinflusst, wie aggressiv dieser Prozess verläuft.
00:03:59: Familiär bedingt erklärt also höchstens die Richtung nicht die Geschwindigkeit des Haarverlusts.
00:04:07: Die Fuß erklärt, die Fuß behandelt.
00:04:09: Bei Frauen wird es etwas schwieriger mit den Ursachen.
00:04:12: Die Fusahausfall ist oft kein Befund, sondern auch ein Hinweis auf Eisenmangel, Schilddrösenveränderungen, hormonelle Umstellungen, nach einer Schwangerschaft, durch die Pille oder in den Wechseljahren.
00:04:24: All das kann die Haarzyklen massiv beeinflussen.
00:04:28: Hinzu kommt ein strukturelles Medizinproblem, die sogenannten Normwerte.
00:04:33: Ein Laborwert im Referenzbereich sagt wenig darüber aus, ob ein Gewiebe wirklich optimal versorgt ist.
00:04:39: Gerade Eisen, Zink oder Vitamin D liegen häufig noch im Rahmen, aber unter dem Niveau, welches Haarwachstum unterstützt.
00:04:47: Der Befund gilt als unauffällig, der Haarausfall bleibt bestehen.
00:04:51: Im deutschen Gesundheitswesen gilt letztlich als gesund, wer arbeitsfähig ist.
00:04:57: Der medizinische Automatismus.
00:05:00: In vielen Fällen folgt dann ein bekannter Ablauf, die Blutwerte sind unauffällig, die Ursache bleibt unklar, die Therapie ist symptomorientiert.
00:05:10: Minoxidil, lokal oder oral, Finasterid bei Männern.
00:05:15: Manchmal beides, das ist nicht grundsätzlich falsch.
00:05:18: Diese Mittel können wirksam sein, indem sie die Wachstumsphase verlängern oder hormonelle Einflüsse dämpfen.
00:05:25: Was sie nicht leisten, ist, die Ursachen zu beheben.
00:05:28: Sie greifen in einen Prozess ein, dessen Auslöser woanders liegt.
00:05:32: Für manche ist das ausreichend, für andere bleibt es eine Dauerlösung ohne echtes Verständnis.
00:05:38: Naturheilkunde ist das sicher nicht.
00:05:42: Was aus naturheilkundlicher Sicht oft fehlt und was stattdessen sinnvoll ist.
00:05:47: Wer Haarausfall ernst nimmt, kommt an einer unbequemen Erkenntnis nicht vorbei.
00:05:52: Es gibt nicht die eine Maßnahme.
00:05:54: Es gibt nur ein Zusammenspiel, lokal, systemisch und zeitlich verzögert.
00:05:59: Optische und mechanische Stimulation.
00:06:02: Beginn wir dort, wo viele ansetzen, an der Kopfhaut.
00:06:06: Verfahren wie die Low Level Laser Therapie, die meist in Form einer Rotlicht oder Laserkappe angewendet wird, zielen darauf ab, die Durchblutung zu verbessern und ruhende Haarfolikel wieder zu stimulieren.
00:06:18: Das ist kein Wundermittel, aber biologisch plausibel.
00:06:22: Licht im roten Wellenlängenbereich beeinflusst die Mitochondrienaktivität, also genau jene Energieprozesse, die für Zellteilung und Wachstum entscheidend sind.
00:06:31: Entscheidend ist die Regelmäßigkeit nicht die Hoffnung auf schnelle Effekte.
00:06:36: Nach meiner Erfahrung müsste man sich so eine Kappe kaufen und täglich anwenden.
00:06:42: Ähnlich verhält es sich mit der simplen, oft belächelten Kopfhautmassage.
00:06:47: Mechanische Stimulation verbessert die lokale Durchblutung, beeinflusst den Spannungszustand der Kopfhaut und kann konsequent durchgeführt Teil eines funktionierenden Gesamtkonzept sein.
00:06:58: Auch hier gilt, die Wirkung entsteht nicht durch Intensität, sondern durch Kontinuität.
00:07:05: Hilfe aus der Dose.
00:07:08: Topische Maßnahmen wie stimulierende Shampoo erfüllen vor allem eine unterstützende Rolle.
00:07:13: Sie ersetzen keine Ursachenklärung, können aber ein Milieu schaffen, in dem Haarwurzeln zumindest nicht zusätzlich behindert werden.
00:07:21: Wer sie anwendet, sollte wissen, was sie leisten und was nicht.
00:07:26: Auch in der Naturheilkunde finden sich solche lokal wirksamen Ansätze.
00:07:30: So wird Zwiebelsaft traditionell zur Stimulation der Kopfhaut eingesetzt.
00:07:35: Die enthaltenen schwefehaltigen Verbindungen wirken leicht reizend, fördern die Durchblutung und können damit Bedingungen schaffen, unter denen Haarvorliegel eher aktiv bleiben.
00:07:46: Pharmakologisch kommt man an Minoxidil kaum vorbei.
00:07:50: Topisch seit Jahrzehnten im Einsatz, inzwischen auch niedrichtosiert oral.
00:07:54: Letzteres allerdings verschreibungspflichtig.
00:07:57: Beides kann wirksam sein, beides hat Nebenwirkungen.
00:08:00: Wichtig ist die Einordnung.
00:08:02: Minoxidil verlängert die Haarwachstumsphase des Haares.
00:08:06: Es behebt keinen Nährstoffmangel, keine hormonelle Dysregulation und keine chronische Entzündung.
00:08:16: Nährstoffe Damit sind wir beim Kern der systemischen Versorgung.
00:08:21: Haare wachsen nicht aus Cremes, sondern aus Stoffwechselprozessen, Eiweiß, Eisen, Zink, Biotin, Vitamin D und Omega-III-Fettsäuren.
00:08:30: All das ist bekannt.
00:08:32: Entscheidend ist jedoch nicht das Schlagwort, sondern die tatsächliche Verfügbarkeit.
00:08:38: Eine Nährstoffdichte Überwiegend pflanzenbetonte Ernährung mit ausreichender Proteinzufuhr ergänzt um gezielte Mikronährstoffe und Antioxidanzchen wirkt nicht speziell für die Haare.
00:08:50: Sie senkt Entzündungen, stabilisiert den Stoffwechsel und reduziert oxidativen Stress.
00:08:56: Und genau das entscheidet langfristig darüber, ob der Körper sich Haarwachstum leisten will.
00:09:02: Am Ende fügt sich Haarausfall in ein größeres Bild ein.
00:09:05: Schlafmangel, Dauerstress, Bewegungsarmut.
00:09:09: All das wirkt sich nicht nur auf das Haar, sondern auf das gesamte Milieu aus.
00:09:14: Wer Haarausfall bremsen will, muss dieses Milieu verändern.
00:09:17: Sonst ist alles andere nur kosmetik.
00:09:21: Ein Punkt wird dabei gerne verschwiegen.
00:09:24: Nicht alles wächst wieder nach.
00:09:25: Haarfolikel, die über Jahre inaktiv fahren, lassen sich nicht beliebig reaktivieren.
00:09:31: Die Biologie hat auch Grenzen.
00:09:34: Wer schnell Effekte erwartet, wird enttäuscht, unabhängig von der Methode oder dem Budget, Geduld gehört also zur Therapie.
00:09:41: Wer diese nicht aufbringt, wird von jedem neuen Produkt erneut verführt.
00:09:47: Fazit, Haare fallen nicht aus und muss zu ärgern.
00:09:50: Haarausfall ist kein Schicksal, es ist auch kein kosmetischer Defekt, den man weg pflegen müsste, wie eine trockene Stelle am Handrücken.
00:09:59: Er ist eine Art Protokoll, welches abläuft.
00:10:02: Der Körper führt dieses Protokoll aus, ohne Rücksicht auf Eitelkeiten.
00:10:07: Er vermerkt darin, wo Ressourcen fehlen und wo die Steuerungen aus dem Takt geraten sind.
00:10:12: Die Haare fallen nicht aus, um uns zu ärgern.
00:10:15: Sie fallen aus, weil der Körper sich etwas anderes leisten muss, als die eigene Haarpracht zur Schau zu stellen.
00:10:21: Wer das nicht hören will, darf weiter nach Shampoo suchen.
00:10:24: Wer es versteht, sollte anfangen, die richtigen Fragen zu stellen.
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