ET+ Hopfen, Malz und 0,5 Prozent: Zwei Braumeister über alkoholfreies Bier #176

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00:00:00: Herzlich willkommen zum Epoch Times plus Podcast mit dem Thema Interview.

00:00:05: Hopfen, Malz und Nullkummer fünf Prozent – zwei Braumeister.

00:00:09: über alkoholfreies Bier.

00:00:12: Alkoholfreichs Bier wächst gegen den Trend der Branche.

00:00:15: Im Interview erklären die bayerischen Braumeisters Franz Amberger und Michael Stangel wie es heute gebraut wird und warum in Bayern keine Zusatzstoffe ins Bier dürfen.

00:00:26: Ein Beitrag von Hubert Kirmeier vom September, am Mikrofon Joachim Wettermann.

00:00:35: Während auf dem München-Oktoberfest noch bis zum vierten Oktober gefeiert wird, steckt die deutsche Brauwirtschaft in einem tiefgreifenden Wandel.

00:00:43: Der Absatz von alkoholhaltigem Bier sank im ersten Halbjahr, laut Statistischem Bundesamt um zwei Prozent, nachdem die Produktion bereits seit Jahrzehnten um fünf Prozent zurückgegangen war.

00:00:58: Gegen den Trend wächst ein Segment – alkoholfreies Bier.

00:01:03: Dessen Produktion stieg, zwei Tausendfünfundzwanzig nach Angaben des Statistischen Bundesamts um sechs Komma fünf Prozent auf gut sechshundertsechzehn Millionen Liter.

00:01:15: Der Deutsche Brauerbund der die gesamte Branche erfasst nennt einen Plus von sieben Komma sechs Prozent auf siebenhundertfünfzig Millionen Liter.

00:01:24: Alkoholfreies Bier kommt damit auf einen Marktanteil von rund elf Prozent und ist nach Pilz- und Hellem die drittbeliebteste Sorte.

00:01:34: Auch auf der Wiesen wird es in der Maas ausgeschenkt, wo das Festbier in diesem Jahr zwischen fourteen Euro Achtzig und fünfzehn Euro Neunzig kostet.

00:01:44: Innerhalb der EU bleibt Deutschland laut Eurostart dennoch mit Abstand der größte Bierproduzent.

00:01:51: Wie alkoholfreies Bier heute gebraut wird und warum in Bayern keine Zusatzstoffe ins Bier dürfen, erklären Franz Amberger, technischer Leiter- und Braumeister der Flötzinger-Brauerei in Rosenheim.

00:02:02: Und Michael Stangel, Braumeester von Kamba Bavaria im Kimgau.

00:02:08: Ist das Bier aus Bayern wirklich kult?

00:02:12: Michael Stangle Das Bier aus Bayern ist kult!

00:02:16: In der ganzen Welt.

00:02:17: Wir hatten diese Woche Amerikaner bei uns, die unser bayerisches Bier im wahrsten Sinne des Wortes gefeiert haben.

00:02:25: Aber was macht das bayerische Bier eigentlich so besonders gegenüber Bier aus anderen Bundesländern oder aus aller Welt?

00:02:32: Michael Stangel Das bayerischereinheitsgebot von Fünfzehnhundertsechzehn ist bei uns verpflichtend im Lebensmittelgesetz festgeschrieben – das bedeutet außer Hopfen Malz und Wasser kommt nichts anderes hinzu.

00:02:46: Ist es nicht überall so In allen deutschen Brauereien?

00:02:50: Michael Stangel, nein.

00:02:52: Dem ist nicht so!

00:02:53: In den anderen Bundesländern kann man bei der Lebensmittelbehörde Ausnahmen beantragen um noch weitere Zusätze hinzufügen zu dürfen.

00:03:00: Bei uns in Bayern ist das nicht möglich.

00:03:03: Das gilt übrigens auch für den Export ins Ausland.

00:03:06: Wir sind eine Lohnbrauerei.

00:03:08: wir brauen und füllen auch für andere Braueneinen ab.

00:03:11: Wenn wir Bier für Italien oder Griechenland herstellen, halten wir uns trotzdem zu hundert Prozent an das bayerische Reinheitsgebot.

00:03:18: Denn alles Bier, dass in Bayern gebraut wird folgt dem Reinheitsgebot von Fünfzehntundertsechzehn.

00:03:24: Auch wenn im Ausland vielleicht Zusätze hinzugefügt werden um einen bestimmten Geschmack zu erzeugen – bei uns geht es nicht!

00:03:31: Selbst auf Kundenwunsch dürfen wir keine Zusätze beimischen so lange das Bier in Bayern gebaut wird.

00:03:37: Das darf der Kunde dann erst bei sich zu Hause tun und sein Bier nach dem individuellen Geschmack seines Landes anpassen.

00:03:46: Wie kann es sein, dass Bier von unterschiedlichen Brauereien so unterschiedlich schmeckt?

00:03:50: Man meint ab und zu, es sei Bananen, Orangen oder andere Früchte enthalten!

00:03:56: Michael Stangel?

00:03:57: Das liegt vor allem am Hopfen – weil wir uns strikt an das Reinheitsgebot halten sind geschmackliche Neuerungen nur über die Zutaten oder über die Brauerei-Technik möglich.

00:04:08: Durch gezielte Züchtung lassen sich dem Hopfen heute ganz unterschiedliche Geschmacksrichtungen und Noten verleihen.

00:04:14: Er kann nach Banane, Orange, Mandarine oder anderen Früchten schmecken und riechen.

00:04:19: Diese Aromen übertragen sich dann natürlich aufs Bier, dem der Hopfen so seine ganz persönlichen Note gibt!

00:04:27: Und wie verhält es sich mit dem alkoholfreien Bier?

00:04:29: Das schmeckt heute ja ganz anders als noch vor zehn Jahren.

00:04:34: Michael Stangel Ja, damals wurde alkoholfreies Bier mit Gehrunterbrechung gebraut.

00:04:40: Das bedeutet sobald der Alkohol in der Biermeische zu Gehren begann, wurde der Gehrprozess unterbrochen – das Bier wurde dann gefiltert und den Flaschen abgefüllt.

00:04:49: Dadurch bekam es einen ganz eigenen Geschmack stark hopfig, malzig und nicht mehr richtig nach Bier.

00:04:57: Heutzutage möchte man mit dem alkoholfreien Bier so nah wie möglich an den Geschmacks von alkohollhaltigem Bier herankommen.

00:05:04: Bei uns in der Kambabrauerei wird der Brauprozess heute mit der Vollgärung des Alkohols in der Maische durchgezogen, aber in der Rezeptur wird darauf geachtet das nach der Gärung maximal Null-Kommer fünf Prozent Alkohl vorhanden sind.

00:05:19: Also so wenig Zucker beziehungsweise Malz dass die Hefe nur bis Maximal Null Komma Fünf Prozent Alkol vergären kann.

00:05:27: Danach wird im kalten Bier noch einmal zusätzlich Hopfen hinzugegeben um ihm eine besondere Würze zu verleihen.

00:05:34: Nach zwei bis drei Tagen wird das fertige Gemischzentrifugiert stattgefiltert, damit nur die festen Stoffe entfernt werden und nicht die Schwebestoffe – sprich die Geschmacksstoffe -, danach folgt die Abfüllung und schließlich der Genuss beim Kunden.

00:05:49: Wer setzt eigentlich den Trend beim Biergeschmack und dabei was überhaupt getrunken wird?

00:05:54: Franz Amberger?

00:05:56: Die Trends setzt immer der Kunde!

00:05:58: Wir sind nur die welche es produzieren.

00:06:01: Stellt die Flötzingerbrauerei ihr alkoholfreies Bier auf die gleiche Art her wie Kambabavaria?

00:06:07: Franz-Amberger, nein.

00:06:09: Wir machen es anders!

00:06:10: Wir lassen den Gärprozess zwar auch voll durchlaufen so dass am Ende das gleiche Bier herauskommt wie jedes andere nicht alkoholfreie Bier aber dann entziehen wir dem Bier durch Vakuumverdampfung den Alkohol zu hundert Prozent.

00:06:26: Danach fügen wir dem Bier wieder ein Mutterbier hinzu, also normales nicht alkoholfreies Bier so dass am Ende Nullkomma fünf Prozent Alkohol enthalten sind.

00:06:37: Aber warum heißt es dann alkoholfreies Bier wenn Null Komma fünf prozent Alkohl enthalten ist?

00:06:43: Franz Arnberger bei der Gesetzgeber sagt Wenn Nicht mehr als Null Komma Fünf Volumen prozent alkohole im Bier enthalten Sind Ist Es nach Definition noch Alkuhl freis Bier?

00:06:55: Was ist also der Trend?

00:06:56: Wird alkoholfreies Bier in einigen Jahren das normale Bier vom Markt verdrängen?

00:07:02: Franz Amberger, nein ich denke nicht.

00:07:05: Auch wenn der Alkohol bei uns in der Gesellschaft negativ besetzt ist, ist er doch in unserer und in der weltweiten Kultur ein fester Bestandteil des Lebens.

00:07:14: Normales Bier fördert in Maßen die Geselligkeit den Humor und macht auch den Geist mal wieder frei!

00:07:21: Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei den Frühlings- und Herbstfesten irgendwann nur noch alkoholfreies Bier und alkoholfreie Getränke getrunken werden.

00:07:29: Woher käme dann die Stimmung des Ausgelassene das Heitere im Zwischenmenschlichen?

00:07:34: Es ist doch wie immer!

00:07:36: Nur der übervolle Genuss einer Sache ist schädlich – also meine Meinung….

00:07:41: A Bier in Maßen und Nicht in Massen schadet einem

00:07:44: nicht.".

00:07:46: Und wie sieht das Kamba Bavaria?

00:07:48: Michael Stangel Ich kann der Aussage von den Anbergern nur zustimmen.

00:07:52: Es kommt immer auf die Menge an, ob es ein Genuss ist oder

00:08:01: nicht.".

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